Presse und Medien
Primaner mit Fell
Manche Vierbeiner machen Frauchen und Herrchen das Leben schwer, indem sie statt des folgsamen Kuschelhundes das kläffende, zerrende Ungeheuer geben. Doch in der Hundeschule Satke schaffen auch hartgesottene Rabauken das Hunde-Abitur.
Der Traum vom harmonischen Familienleben mit Hund ist ausgeträumt – denn inzwischen ist der süße Welpe mit den himmelblauen Augen und den niedlichen Riesentapsen zu einer fast schon bedrohlichen Bestie herangewachsen. Jeden Radfahrer bellt der Weimaraner Ramses wütend an, er jagt Wildschweine, zerrt wie toll an der Leine und lässt abends sein Herrchen nicht ins Schlafzimmer. Voller Verzweiflung bringen die Friedrichs ihren Problemhund zu Markus Satke nach Geltendorf bei München. Die Satkes ist bekannt dafür, mit ihrem Training auch noch aus dem schlimmsten Rowdy einen friedlichen Begleiter zu machen. Deshalb kommen mittlerweile Hundehalter aus ganz Deutschland, ja Europa, ins Hundeinternat. Auch Ramses wird nun Schüler dieser einzigartigen Bildungseinrichtung.
Erziehung ohne Halter?
Mit dem Weimaraner zusammen besuchen zehn weitere Primaner das Hundeinternat, unter ihnen Dobermann Peper und Vizsla-Hündin Inka. Jeden Tag stehen zwei intensive Lektionen auf ihrem Stundenplan. „Vor der Aufnahme in unsere Hundeschule haben wir das Verhalten jedes Hundes, seine Mimik, seine Gestik, auf einem Video genau studiert", sagt Markus Satke. Daraus wird schnell klar, Peper ist beispielsweise nicht aggressiv, sondern schlichtweg unsicher. Er braucht klare Anweisungen, die ihm Sicherheit geben. Inka und Ramses dagegen haben einen ausgeprägten Jagdtrieb und kennen keine Grenzen. Wie können Markus und sein Sohn Tobias Satke diese Rabauken erziehen? Die Vizsla-Hündin und der Dobermann bekommen in den ersten Stunden einen Maulkorb und werden an die Schleppleine gelegt. „So können sie die anderen Tiere nicht verletzen und bleiben in unserer Reichweite", erklären die Experten. Anfangs werden einfache Grundkommandos wie „Sitz", „Platz", „Bleiben" geübt und jeden Tag immer wieder aufs Neue wiederholt. „Die Befehle müssen vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis übergehen, bis sie ganz selbstverständlich ausgeführt werden. Deshalb bringt es auch nichts, nur eine Woche zu trainieren", so Satke.
Ein Hormon, das Wunder bewirkt
Wer Markus und Tobias Satke beobachtet, staunt über die Ruhe, die auf dem Platz herrscht. „Wir brauchen keine Leckerlis für die Erziehung, sondern arbeiten mit Respekt, Vertrauen und Zuneigung, aber vor allem auch mit Konsequenz und manchmal einem strengen Rüffel." Und noch ein Geheimmittel haben die Trainer, um ihre Schützlinge zu zähmen: C₄₃H₆₆N₁₂O₁₂S – das Kuschelhormon. „Wenn ein Hund seine Aufgabe gut macht, streicheln wir ihn liebevoll über seine Flanke. Dabei übertragen wir unsere innere Ruhe auf ihn. Außerdem wird durch das Streicheln Oxytocin ausgeschüttet. Ein Hormon, das Wunder bewirkt und für Vertrauen sorgt. Diese Form der sozialen Verstärkung nutzen wir."
Das Hunde-Einmaleins
Ein Fingerschnipser, ein Ruf: „Platz!" Vizsla-Hündin Inka legt sich sofort ins Gras. Markus Satke wirft einen Dummy. Die Hündin bleibt liegen. Erst auf „Hopp" und einem Wink mit der rechten Hand läuft sie los. „Platz!" Sofort liegt die Hündin wieder. „Das ist keine Dressur, das ist Sicherheit im Alltag, denn bei Gefahren muss der Vierbeiner sofort reagieren." Nach drei Monaten Arbeit haben sich die Tiere von der „Unterstufe" (Trainieren der Grundkommandos) über die „Orientierungsstufe" (lockeres Gehen an der Leine) und die „Oberstufe" (ruhiges Liegenbleiben in jeder Situation) bis in die „Königsstufe" (sicheres Beherrschen aller Kommandos) hochgearbeitet. Die ehemaligen Nervtöter scheinen wie verwandelt. Friedlich laufen sie ohne Maulkorb und Leine neben den Hundetrainern. Selbst aus dem Weimaraner-Rüpel Ramses ist ein friedfertiger, gehorsamer Hund geworden. Nun sind es Herrchen und Frauchen, die das Hunde-Einmaleins lernen müssen. Ein verlängertes Wochenende reicht dafür aus. „Bei den meisten klappt es dann auch zu Hause mit dem Gehorsam ihrer Fellnasen", freut sich Markus Satke. Jana Schütze
Markus Satke bei der Arbeit mit einem seiner vierbeinigen Schüler.
"Hundeausbildung ist kein Handwerk, sondern eine Kunst, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert."
— Markus Satke
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