einen weißen Schäferhundwelpen. Ich habe mich für diese Rasse entschieden, weil ich gelesen hatte, dass die weißen Schweizer Schäferhunde ruhige, ausgeglichene, gehorsame, kinderliebe Hunde wären. Also genau richtig für eine Oma, die ihre Enkelkinder betreut. Ich hatte mir einen guten Wächter für mich gewünscht, wenn ich alleine in meinem Haus bin, vor allem nachts. Nun, dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Meine Hündin entwickelte sich wirklich zu einem sehr guten Wachhund. Wenn Besuch kam, bellte sie aggressiv und ließ keinen herein, so dass ich sie jedes Mal wegsperren musste. Draußen im Garten verbellte sie die Nachbarn, sobald sie welche erblickte. Dann hatte sie einen sehr starken Jagdtrieb auf alles, was sich bewegte: Hühner, Katzen, Vögel, Rehe, Hasen usw. Beim Gassigehen wurde es für mich sehr stressig, wenn sie eine Katze oder einen Hund entdeckte oder wenn wir bei den Kaninchen eines Nachbarn vorbeigingen. Ich vermied es deshalb, tagsüber mit ihr durch den Ort zu gehen. Wenn ich mit ihr über Wiesen- und Feldwege wanderte, war es solange gut, bis sie ein Reh oder einen Hasen witterte. Ich lebte in ständiger Angst, dass sie sich beim Gassigehen losreißen könnte. Dann eines Tages ist sie mir aus der Haustür entwischt und schnurstracks über die Straße zu einem Nachbarn gelaufen, hat dem seine zwei Chihuahuas gepackt und hätte sie wahrscheinlich totgeschüttelt, wenn wir nicht eingeschritten wären. Also da war ich mit meinen Nerven so ziemlich am Ende. Obwohl ich seit Januar fleißig mit meiner Hündin eine Hundeschule in der Nähe besucht und mit ihr trainiert hatte, musste ich mir eingestehen, dass ich diesem Hund nicht Herr werde. In der Hundeschule haben sie gemeint, dass mein Hund ein schwieriger Hund sei. Da habe ich im Internet nach einem “Trainer für schwierige Hunde” gesucht und bin auf die Hundeschule Satke in Geltendorf gestoßen. Obwohl die Hundeschule Satke von meinem Wohnort ca. 80 km entfernt ist, vereinbarte ich in meiner Verzweiflung einen Termin für ein Beratungsgespräch. In Geltendorf angekommen, erwartete mich vor der Hundeschule eine weitere Herausforderung: Vor der Eingangstür stand nämlich eine Deutsche Schäferhündin herum und ich musste mit meiner Hündin daran vorbei. Ich wusste, dass meine Hündin fremde Hunde fast immer böse anbellt und auch angreift, und ich wusste nicht, wie diese Schäferhündin darauf reagieren würde. Oh Gott! Mir standen Schweißperlen auf der Stirn! Aber irgendwie schafften wir es, an dem Schäferhund ohne Probleme vorbeizukommen. An alle zukünftigen Besucher der Hundeschule Satke: „Ihr braucht keine Angst vor diesem Schäferhund zu haben! Es ist Jess, der Vorführhund von Markus Satke!“ Mit diesem Hund zeigte mir Markus bei dem Beratungsgespräch, was ein Hund alles kann, wenn er von einem Profi wie ihm trainiert wurde. Ich war schwer beeindruckt und in mir keimte Hoffnung auf, dass sie hier in dieser Hundeschule auch meinen Hund noch hinbekommen. Markus fand nicht, dass mein Hund ein schwieriger Hun