Unser Großspitz Eddy war immer sehr nervös und ängstlich. Ich habe jedes Mal die Straßenseite gewechselt, wenn mir jemand – egal ob mit oder ohne Hund – entgegengekommen ist. Wir konnten ihn nirgendwohin mitnehmen, da er seine Nervosität lautstark geäußert hat, keine Ruhe fand und auch mal aus Angst schnappte. Ich weiß, dass am Anfang einiges schiefgelaufen ist. Z. B. wurde ich durch das Konzept der ersten Hundeschule, die ich mit Eddy besuchte, eher noch unsicherer, als ich als Ersthundbesitzerin sowieso schon war. Da ich von Anfang an (er war 16 Wochen alt) mehrere Hundeschulen und TrainerInnen besucht hatte, war meine Verzweiflung groß, als er dann 2,5 Jahre alt war und es aus meiner Sicht keine Aussicht auf Besserung gab. Eigentlich wollte ich mir und der Familie nur mal eine Auszeit gönnen – von dem Stress mit dem trotz allem innig geliebten Hund – und nach Hundepensionen suchen. Beim Googeln traf ich auf die sehr ansprechende Homepage der Hundepension Satke und las, dass es eine Hundeschule und sogar ein -internat gibt. Eine verlockende Vorstellung: Eddy geht ins Internat, und kommt nur am Wochenende und in den Ferien nach Hause. Aber Spaß beiseite: mich beschäftigten 2 Aspekte: 1. die Arbeit mit Angsthunden und 2. ohne Leckerlis. Nach dem ersten Treffen mit Markus und Tobi Satke, bei dem Eddys Verhalten analysiert wurde, wussten mein Mann und ich schonmal, dass er nicht verhaltensgestört, aber sehr ängstlich und vorsichtig ist. Ich wurde ermutigt, mit Eddy zu arbeiten, und hatte wieder Hoffnung, und zwar berechtigte: In etlichen Gruppentrainingsstunden in familiärer Atmosphäre, mit klaren, ehrlichen Ansagen und mit wertschätzender Haltung gegenüber Hund und HalterInnen lernten Eddy und ich Vertrauen zueinander. Eddy tat nicht mehr alles nur für ein (oder besser mehrere) Leckerli(s), sondern lernte, sich führen zu lassen – so, wie ich lernte zu führen. Er schafft es jetzt, auf Kommandos zu hören, weil ich ihm mehr Sicherheit geben kann. Sogar beim Stadttraining in der Münchener Innenstadt blieb er für seine Verhältnisse ruhig. Er wird immer ein wenig nervös bzw. sehr wach sein, da er ja von den Anlagen her ein Wachhund ist, aber dank Familie Satke freue ich mich jetzt auf Spaziergänge und habe keine Angst mehr vor Gästen, die uns besuchen. Eddy und ich sind zusammengewachsen. 2024